{"id":148,"date":"2005-04-18T22:48:02","date_gmt":"2005-04-18T21:48:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/?p=148"},"modified":"2012-01-01T22:48:32","modified_gmt":"2012-01-01T21:48:32","slug":"fortpflanzungssteuer","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/2005\/04\/fortpflanzungssteuer\/","title":{"rendered":"Fortpflanzungssteuer"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe einen Vorschlag zur langfristigen Sicherung unserer Sozialwerke und bediene mich dabei des zurzeit sehr popul\u00e4ren Schlagworts \u00abGenerationenvertrag\u00bb. Fruchtbare Frauen, die sich bis zum 45. Lebensjahr nicht fortgepflanzt haben, sollen mit einer Fortpflanzungssteuer belangt werden, denn durch den bewussten Verzicht auf Kinder konnten sie all jene Zeit und Energie, die sie bei Mutterschaft(en) in Kinderbetreuung investiert h\u00e4tten, in einen h\u00f6heren Lebensstandard als Single oder Doppelverdienerin investieren. Im Abstimmungskampf um die Mutterschaftsversicherung wurde das Argument, Kinderkriegen sei eine private Angelegenheit, immer wieder entkr\u00e4ftet: der Staat m\u00fcsse sich hier einmischen, indem er Institutionen f\u00fcr berufst\u00e4tige M\u00fctter anbiete. Als junge Studentin argumentierte ich \u00e4hnlich, aber ich resignierte dann vor der damaligen Realit\u00e4t. Ich wollte unbedingt Kinder und kam zum Schluss, dass in meinem Fall Kinder und Karriere nicht miteinander vereinbar seien. Mein erster Ehemann appellierte mit Spr\u00fcchen wie \u00abberufst\u00e4tige M\u00fctter lieben ihre Kinder nicht\u00bb an meinen stark ausgepr\u00e4gten Mutterinstinkt. Unter dem alten Eherecht wurden Doppelverdienerinnen tats\u00e4chlich oft als geldgierige Egoistinnen und Rabenm\u00fctter verschrien. Ehem\u00e4nner konnten ihren Ehefrauen von Gesetzes wegen eine Erwerbst\u00e4tigkeit verbieten, und M\u00e4nner, die eine Familie nicht allein durchbringen konnten, hatten ein Imageproblem. Leider werden heute jene F\u00e4lle, in denen ein Einkommen f\u00fcr eine Familie nicht ausreicht, immer wieder verwechselt mit den reichen Doppelverdienern, die auf Kinder verzichten, weil sie den damit verbundenen Konsumverzicht scheuen. Wenn Simonetta Sommeruga die Zunahme der Staatsquote damit begr\u00fcndet, dass die fr\u00fcher von Frauen geleistete Gratisarbeit vermehrt auf den Staat abgew\u00e4lzt werde, so hat sie dies m\u00f6glicherweise bei mir abgekupfert &#8211; oder sie kommt aufgrund einer \u00e4hnlichen akademischen Ausbildung einfach zu einem \u00e4hnlichen Schluss wie ich. Die Natur hat die Fortpflanzung mit Hormonen und Instinkten geregelt, der moderne Mensch m\u00f6chte allerdings dar\u00fcber erhaben sein. Ich finde es aber extrem uncool, Kinder nur noch als materiellen Schaden zu betrachten! Der Staat verpflichtet Schweizer M\u00e4nner, Milit\u00e4rdienst zu leisten und verlangt eine Steuer, wenn dieser nicht geleistet wird, und er hatte bis vor kurzem sogar die Befugnis, Milit\u00e4rdienstverweigerer ins Gef\u00e4ngnis zu stecken &#8211; also ist es keineswegs absurd, eine Steuer f\u00fcr \u00abFortpflanzungsverweigerung\u00bb der Frauen einzufordern. Schliesslich wurde die Mutterschaftsversicherung den m\u00e4nnlichen Stimmb\u00fcrgern damit schmackhaft gemacht, dass sie bei deren Annahme mehr Dienstgeld erhalten. Instinkte k\u00f6nnen auch indirekt befriedigt werden. Zum indirekten Befriedigen des Mutterinstinktes bieten sich viele M\u00f6glichkeiten: er kann in vielen sozialen, p\u00e4dagogischen und pflegerischen Berufen ausgelebt werden. Aber auch im Privatleben gibt es viele M\u00f6glichkeiten: Haustiere sind oft Kinderersatz &#8211; und immer noch kosteng\u00fcnstiger als Kinder. Auch Stiefkinder, Gottenkinder, Nichten und Neffen lassen sich leicht instrumentalisieren &#8211; hier handelt es sich&amp;nbsp; aber um Rosinenpickerei, denn hier kann sich Frau an den s\u00fcssen Kindern freuen &#8211; ohne Umst\u00e4ndlichkeiten wie Schwangerschaft, Geburt, Stillen und die ber\u00fcchtigten schlaflosen N\u00e4chte, die Kleinkinder nun mal verursachen, und erst noch, ohne die volle Verantwortung zu \u00fcbernehmen! Mein Vorschlag soll auch ein \u00abwake up call\u00bb f\u00fcr alle kinderlosen Frauen sein: sie sollen hinterfragen, ob irgendjemand in ihrem Umfeld &#8211; z. B. geschiedene V\u00e4ter, Verwandte, Nachbarn etc. &#8211; ihren unbefriedigten Mutterinstinkt instrumentalisiert. Oder ist der Verzicht auf eigene Kinder gar der Preis f\u00fcr eine bestehende Partnerschaft? Meine Kinder aus erster Ehe mussten schonungslos f\u00fcr den unbefriedigten Mutterinstinkt meiner versnobten Big Sister herhalten: meine Schwester hatte sich immer beklagt, Anl\u00e4sse wie Weihnachten und Ostern seien ohne Kinder traurig, also mussten meine Kinder dann jeweils bei ihr antraben, sogar an der Beerdigung der Mutter meines Schwagers mussten sie als Vorzeigekinder teilnehmen. Als Gemeinder\u00e4tin in der Gemeinde Wohlen, ehemalige Pr\u00e4sidentin der SVP-Frauen Amt Bern und ehemalige Nachbarin des Fraubrunner Statthalters wusste meine Schwester bestens, wie man Beh\u00f6rden benutzt und ging beim Kinderstehlen die verr\u00fccktesten Allianzen ein. Nat\u00fcrlich schiebt sie die Schuld f\u00fcr ihre Kinderlosigkeit auf ihre beiden Ehem\u00e4nner; der erste hat sie zu einer Abtreibung gen\u00f6tigt und outete sich sp\u00e4ter als homosexuell, der zweite ist unfruchtbar, aber verweigerte eine Adoption und forderte sie zum Rufmord an mir und meinem Exmann auf, damit sie ihren unbefriedigten Mutterinstinkt an den angeblich so bedauernswerten Scheidungkindern befriedigen konnte &#8211; eine f\u00fcr meinen Schwager \u00e4usserst kosteng\u00fcnstige L\u00f6sung des \u00abKinderproblems\u00bb seiner Gattin! Meine Schwester war die Strippenzieherin eines vollkommen absurden Obhutsentzugs, ihre egoistischen Motive sind heute entlarvt: nachdem sie dem Vater beim Kidnappen geholfen hatte &#8211; wer glaubt schon, dass ein Berner F\u00fcrsprecher&amp;nbsp; Kinder kidnappt &#8211; verleumdete sie&amp;nbsp; denselben (unterdessen sorgeberechtigten) Vater, er h\u00e4tte seinen Sohn sexuell missbraucht. Im B\u00e4uerinnenlehrjahr und auf dem Schwand in M\u00fcnsingen war meine Schwester auf Mutterschaft getrimmt worden. Meine Kinder trugen dann ja auch die s\u00fcssen Baby- und Kleinkindkleidchen, die sie auf dem Schwand gestrickt und gen\u00e4ht hatte &#8211; aber meine S\u00f6hne k\u00f6nnen doch nichts daf\u00fcr, dass meine Schwester es nicht geschafft hat, sich einen verantwortungsvollen Familienvater zu angeln und deshalb auf eigene Kinder verzichten musste! Meine kinderlose Schwester, die viel Geld f\u00fcrs Jetsetten ausgibt, w\u00e4re ein typischer Fall f\u00fcr die Fortpflanzungssteuer. Vermutlich w\u00e4re auch Ruth Metzler eine Anw\u00e4rterin (die CVP verkauft sich doch als Familienpartei!) &#8211; auch sie wird wohl weiterhin lieber den schn\u00f6den Mammon anbeten, anstatt sich fortzupflanzen. Die genaue Berechnung der Fortpflanzungssteuer k\u00f6nnte man den Statistikern \u00fcberlassen: wieviel Kind pro Schweizerin braucht es, um die Schweizerbev\u00f6lkerung stabil zu halten?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe einen Vorschlag zur langfristigen Sicherung unserer Sozialwerke und bediene mich dabei des zurzeit sehr popul\u00e4ren Schlagworts \u00abGenerationenvertrag\u00bb. Fruchtbare Frauen, die sich bis zum 45. 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