{"id":233,"date":"2010-06-16T23:55:16","date_gmt":"2010-06-16T22:55:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/?p=233"},"modified":"2012-01-02T00:15:12","modified_gmt":"2012-01-01T23:15:12","slug":"perrenouds-sozialhilfeshop","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/2010\/06\/perrenouds-sozialhilfeshop\/","title":{"rendered":"Perrenouds Sozialhilfeshop"},"content":{"rendered":"<p>Das konnte ja heiter werden im Kornhausforum am 22. April: 3 SPler gegen nur 1 SVPler auf dem Podium zum Thema &#8222;Wie bek\u00e4mpft man Armut?&#8220; Gem\u00e4ss aktuellem SP-Parteiprogramm will die SP ja nicht nur die Armut, sondern auch den Kapitalismus bek\u00e4mpfen &#8211; was irgenwie an Robin Hood erinnert, der die Reichen bestahl, um die Beute an die Armen weiterzugeben &#8211; heute nennt man das Umverteilung. Edith Obilet hofft denn auch, die Ausstellung &#8222;Im Fall&#8220; m\u00f6ge die Diskussion \u00fcber die Umverteilung von Reichtum und Armut anschieben. Meine pers\u00f6nliche Umverteilungsgeschichte wollte man hier sicher nicht h\u00f6ren: Als Strafe f\u00fcr Baulandbesitz meines Herkunfsclans wurde ich von linken PolitikerInnen in die Armut und vor\u00fcbergehende Obdachlosigkeit getrieben, die Erbanwartschaft meiner S\u00f6hne sollte an einen Sozi umverteilt werden und von meiner akademischen p\u00e4dagogischen Ausbildung sollten nicht meine eigenen Kinder, sondern Kinder aus bildungsfernen Schichten profitieren&#8230; Als F\u00fcrsorgedirektor Perrenoud zum Sozialhilfebezug eine unvoreingenommene Kundenmentalit\u00e4t vorschlug &#8211; Sozialhilfebeziehen k\u00f6nnte durchaus mit einem Einkauf in der Migros verglichen werden,\u00a0 fiel ich fast vom Hocker , immerhin wagte Ueli Studer eine sanfte Kritik an dieser Kundenmentalit\u00e4t. Man kann sich etwa vorstellen , wie SVPHardliner gekontert h\u00e4tten, da h\u00e4tte man sich eines anderen Vokabulars bedient, da w\u00e4ren wohl Worte wie &#8222;Selbstbedienungsladen&#8220;, &#8222;Anspruchshaltung&#8220; etc. gefallen! Christine Goll polemisierte, Armut vererbe sich meist:\u00a0 dies k\u00f6nnte durchaus bedeuten, dass einfach die Kundenmentalit\u00e4t &#8211; sprich Anspruchshaltung &#8211; an die n\u00e4chste Generation weitergegeben wird! Einw\u00e4nde zu Sozialhilfemissbrauch blockte sie ab, sie m\u00f6ge diese\u00a0 Missbrauchsdiskussion nicht mehr h\u00f6ren &#8211; ihr grolliger Blick in meine Richtung hielt mich denn auch davon ab, mir bekannte Beispiele zu erw\u00e4hnen. Andererseits mag ich die ewige &#8211; von Goll und Obilet mehrmals erw\u00e4hnte Leier &#8222;Armutsrisiko Kinder&#8220; nicht mehr h\u00f6ren! Familienplanung ist doch ein wesentlicher Bestandteil unserer aufgekl\u00e4rten abendl\u00e4ndischen Kultur! Zu verantwortungsvoller Elternschaft geh\u00f6rt auch die Abkl\u00e4rung, ob man den Nachwuchs selbst ern\u00e4hren kann. Wenn eine Nationalr\u00e4tin und SVP-Vizepr\u00e4sidentin und werdende Mutter sich f\u00fcr die traditionelle Rolle der Familienfrau entscheidet, wird sie ausgelacht. Man k\u00f6nnte sich auch vor ihr verneigen, weil ihr die kostbare Zeit mit dem Kleinkind wichtiger ist als die finanzielle Einbusse\u00a0 durch den R\u00fccktritt. Das alte Eherecht sah noch vor, dass der Ehemann f\u00fcr den Unterhalt der Familie zu sorgen habe, da waren M\u00e4nner noch stolz darauf, verantwortungsvolle Familienv\u00e4ter zu sein und sch\u00e4mten sich manchmal gar, wenn die Frau dazuverdienen musste. C\u00fcpli-Sozis, rot-gr\u00fcne Tarnkappen-Kapitalisten und Gleichheitsfetischisten geben nat\u00fcrlich nicht zu, dass\u00a0 das von ihnen angebetete Doppelverdienertum mit staatlicher Kinderbetreuung einfach die rot-r\u00fcne Version\u00a0 der Geldgier ist. Ich h\u00e4tte noch eine provozierende Frage auf Lager gehabt: die Armut soll halbiert werden, soll das etwa auch heissen, man will die gut bezahltem Staatsstellen von SozialarbeiterInnen halbieren&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>04.04.2010<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das konnte ja heiter werden im Kornhausforum am 22. 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