{"id":377,"date":"2012-06-04T11:48:06","date_gmt":"2012-06-04T10:48:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/?p=377"},"modified":"2012-06-04T20:07:32","modified_gmt":"2012-06-04T19:07:32","slug":"verkapptes-madonnenbild","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/2012\/06\/verkapptes-madonnenbild\/","title":{"rendered":"Verkapptes Madonnenbild ?"},"content":{"rendered":"<p><em>Leserbrief zum Artikel &#8222;Busen des Anstosses&#8220; v. Mich\u00e8le Roten \u00fcber &#8222;Are you mom enough?&#8220; im TIME, Magazin 22<\/em><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/time.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-379\" title=\"cover time magazine\" src=\"http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/time.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"531\" srcset=\"http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/time.jpg 400w, http:\/\/www.bigmouth.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/time-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Das Ehepaar Martha und Dr. Bill Sears hat vor dem Bestseller &#8222;The Baby Book&#8220; einige B\u00fccher\u00a0 uber attachment parenting ver\u00f6ffentlicht, auch eines auf evangelikaler Grundlage. Beim Ehepaar in der Doku, wo die 6 und 7 j\u00e4hrigen S\u00f6hne zuhause unterrichtet und noch gestillt werden, handelt es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um Evangelikale &#8211; in den USA wird Homeschooling vorwiegend von den evangelischen Fundis praktiziert!<\/p>\n<p>In der Comedy-Serie &#8222;Little Britain&#8220; gibt es eine Episode, in der der erwachsene Sohn noch gestillt wird &#8211; vielleicht haben die Comedians jene Doku auch gesehen und f\u00fchrten das v. den Sears propagierte &#8222;extended breast-feeding&#8220; ad absurdum.<\/p>\n<p>Was w\u00fcrde Sigmund Freud wohl zum umstrittenen Cover sagen?<\/p>\n<p>Vormutlich irgendetwas \u00fcber die oedipale Phase und dass vor Beginn der oedipalen Phase abgestillt werden sollte. Mich\u00e8le Roten fragt sich, ob es etwas ver\u00e4ndern w\u00fcrde, wenn es ein M\u00e4dchen w\u00e4re. Ich glaube schon, ich bin auch \u00fcberzeugt, man w\u00e4hlte absichtlich einen nuckelnden Jungen, und auch absichtlich einen in milit\u00e4rischen Hosen, weil diese ein bisschen machohaft sind, denn weibliche Unterw\u00fcrfigkeit ist trotz des selbstsicheren Blicks der Mutter gefragt. Die versteckte evangelikale Botschaft dahinter k\u00f6nnte sein: Frauen geh\u00f6ren den M\u00e4nnern, die S\u00f6hne sind Statthalter des Vaters und d\u00fcrfen gegen\u00fcber der Mutter kleine Controlfreaks werden, ihre Kontrolle \u00fcber die Mutter darf ruhig so weit gehen, dass diese sich nie von ihrem\u00a0 Vater scheiden lassen darf &#8211; da wird sich Vitus Huonder aber freuen! In der Brosch\u00fcre &#8222;Familie ist Zukunft! gegen Wertezerfall und Genderwahn&#8220; von Zukunft.ch schreibt Bischof Huonder:die Ehe zwischen einem Mann und einer Frau ist die gr\u00f6sste Hilfe, die man Kindern bieten kann.<\/p>\n<p>Sie m\u00fcssen mit beiden Elternteilen zusammen wohnen, aufwachsen und leben. Zu diesem Zwecke m\u00fcssen die Eheleute ermahnt werden, die tiefe Bedeutung und die Sakramentalit\u00e4t ihres Ehebundes niemals aus den Augen zu verlieren.<\/p>\n<p>Mit einem M\u00e4dchen, das durch zu langes Stillen sogar bisexuelle oder gar lesbische Tendenzen entwickeln k\u00f6nnte (was die Evangelikalen veabscheuen) w\u00fcrde die Botschaft\u00a0 &#8222;till death do us part&#8220; nicht richtig funktionieren. Auch ein katholisches Madonnenbild mit einem weiblichen S\u00e4ugling w\u00e4re seltsam &#8211;\u00a0 Ist das TIME-Cover also ein verkapptes modernes Madonnenbild? Das vermitteln soll: Nix da mit Kindern von verschiedenen V\u00e4tern und jungen Toyboys im Alter, wie es der katholische Popstar Madonna praktiziert -ihr Auftritt wurde schliesslich auch schon v. katholischen Fundis verboten.<\/p>\n<p>Und nix da mit der katholischen und bisexuellen Gianna Nannini, die sich mit 54 inseminieren l\u00e4sst&#8230; Nat\u00fcrlich dr\u00e4ngt sich die Fage nach Vereinbarkeit des langen Stillens mit dem ehelichen Sexualleben auf : zum attachment parenting geh\u00f6rt auch das Co-sleeping\u00a0 &#8211; in Anlehnung an Naturv\u00f6lker (oder Entwicklungsl\u00e4nder, wo schlicht nur ein einziger Raum zur Verf\u00fcgung steht). Die Eltern k\u00f6nnen sich nat\u00fcrlich f\u00fcr Sex aus der Familenpfanne schleichen. Anthropologen haben festgestellt, dass lange Laktation bei Naturv\u00f6lkern auch der Familienplanung dient, so dass sie nur etwa alle f\u00fcnf Jahre Kinder haben. Schulmediziner glauben nicht daran, aber unter La Leche Liga-M\u00fcttern gibt es viele, die dank extended breastfeeding on demand (ohne Nuggi) 2 bis 3 Jahre ohne Verh\u00fctungsmittel nicht schwanger wurden. Zyniker behaupten, der Verh\u00fctungseffekt h\u00e4nge damit zusammen, dass solche Eltern wenig oder keinen Sex h\u00e4tten, die kennen wohl nur jene V\u00f6lker, bei denen Sex w\u00e4hrend der Laktation verboten ist oder sie haben verinnerlicht, dass M\u00fctterlichkeit und Erotik irgendwie nicht miteinander vereinbar sind. Die Jungfrauengeburt\u00a0 des neuen Testaments beg\u00fcnstigt eine Zweiteilung der Frauen in keusche M\u00fctter und Nutten.<\/p>\n<p>Roten schreibt, es sei sch\u00f6n, nach dem Abstillen seinen K\u00f6rper wieder f\u00fcr sich zu haben, hat was &#8211; aber gem\u00e4ss den religi\u00f6sen Fundis geh\u00f6rt der K\u00f6rper einer Mutter ihrem Ehemann, das ist so bei den ultra-othodoxen Juden, den Islamisten ,den othodoxen Christen, den Stockkatholischen , Pietisten und wie auch immer sie heissen m\u00f6gen. Beim Slogan &#8222;mein Bauch geh\u00f6rt mir&#8220; der Abtreibungsdebatte ging es darum, dass die Frau \u00fcber ihre Sexualit\u00e4t bestimmen darf und nicht einfach Lustobkjekt und Geb\u00e4rmaschine des Mannes sein soll, aber f\u00fcr den Erfolg der Fristenl\u00f6sung sorgten die Ja-Stimmen der M\u00e4nner. Philosophen wie Markuse und Satre lehnten die Ehe als Symbol des Kapitalismus und Besitztums ab &#8211; aber diese Theorien\u00a0 von M\u00e4nnern n\u00fctzten den M\u00e4nnern und schafften die Moralkeule gegen promiskuitive Frauen keineswegs ab.\u00a0\u00a0 Die Tendenz, Kinder als Kontrolle \u00fcber die Frauen einzusetzen, nimmt wieder zu &#8211; als Gegenstr\u00f6mung gegen die Fortschritte der Emanzipation. Ein Beispiel daf\u00fcr ist die Schluerp\u00e4dagogik, in der es vordergr\u00fcndig ums Kindswohl geht &#8211; wenn Schluer aber in seinen Traktaten gegen die Fr\u00fchsexualisierung im Kindergarten von der Grandiosit\u00e4t einer Ehe, die bis zum Tod dauert, schreibt,verr\u00e4t er sich selbst als Fr\u00f6mmler.<\/p>\n<p>Sears und Schluer werden als Antifeministen kritisiert, weil sie Frauen \u00fcber die Kinder derart domestizieren wollen, dass sie auf eine eigene Karriere verzichten, kein eigenes Einkommen haben und somit Leibeigene des Gatten werden.<\/p>\n<p>Rousseau hatte sich f\u00fcrs Stillen eingesetzt, das passte gut zur romantischen Verkl\u00e4rung der noblen Wilden, sp\u00e4ter wurden Ammen zum Statussymbol der Reichen. In den F\u00fcnfzigerjahren war die Stillrate in den USA nur bei 20 Prozent, was 1956 zur Gr\u00fcndung der La Leche Liga f\u00fchrte. Als die LLL in den Achtzigerjahren die Schweiz erreichte, wurde hierzulande zu wenig bekannt, dass die Gr\u00fcnderinnen aus kinderreichen Familien einen christlichen Hintergund hatten (Christian Family Movement).<\/p>\n<p>Die Botschaft des TIME-Covers ist vordergr\u00fcndig langes Stillen, hintergr\u00fcndig w\u00e4re sie in diesem Sinne die intakte christliche Familie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leserbrief zum Artikel &#8222;Busen des Anstosses&#8220; v. 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